Zeitungsartikel 2008

Vor dem Hintergrund der Konflikte mit den Bodendenkmälern [1] und [2] haben wir wiederholt den Kontakt zu den zuständigen Ämtern und Personen gesucht, um Wege zur Entschärfung des Konfliktes aufzuzeigen.

Zum einen geht es uns darum, in einen Dialog mit allen Beteiligten zu treten, zum Anderen den Aufbau von legale Strecken zu ermöglichen. Insbesondere gilt es zukünftig illegale Strecken zu verhindern, indem konkrete Alternativ-Angebote gemacht werden. Im Klartext: eine legale DH/FR Strecke in der Region Altenberg/Odenthal.
Wir glauben, dass sich - nach dem Vorbild des IMBA - Freiwillige finden lassen, die beim Aufbau und Pflege einer solchen Strecke aktiv sind. Eine legale Strecke wäre, unserer Meinung nach, in der Lage das Konfliktpotenzial einzugrenzen. Verbote und Ausgrenzung halten wir dagegen nicht für wirksam und sinnvoll, da hierdurch lediglich die - gar nicht mehr - junge Sportart Moutainbike kriminalisiert, das eigentliche Problem - die gemeinschaftliche Nutzung des Waldes - nicht gelöst wird.

Die zunehmende Schärfe in der öffentlichen Auseinandersetzung, wie z.B. einseitige Zeitungsartikel, die MTB Fahrer generell als Natürschänder brandmarken, haben uns dazu bewegt, unsererseits auf die Presse zuzugehen, um das Bild vom "bösen MTB-ler" gerade zu rücken.

  • Wir möchten uns gegen eine pauschale (Vor-)Verurteilung von MTB-ler als Umweltsünder und Zerstörer von Bodendenkmälern wehren. Internationale Studien zeigen immer wieder, dass die Schädigung der Natur durch Biker nicht stärker ist als die durch Wanderer oder anderer Besucher des Waldes. Schaut man sich dagegen an, was bei Flächen-Rodungen durch die Maschinen der Waldarbeiter angerichtet wird, so müssen selbst die Abdrücke von 30 Stollenreifen (= 15 Fahrer) lächerlich gering erscheinen! Doch hier geht es ja um Geld ... und das legitimiert offensichtlich - wie so oft - jede Massnahme!
  • Die Bodendenkmäler sind unzureichend oder gar nicht dokumentiert - so, dass es für Nicht-Experten nahezu unmöglich ist, deren Existenz zu erkennen. Der Vorschlag Hinweistafeln aufzustellen, damit auch ortsfremde Besucher die Denkmäler erkennen und respektieren können, wurde bislang nicht umgesetzt. Allerdings muss man zur Verteidigung sagen, dass am Erberich ein angebrachtes Schild von aggressiven Bikern zerstört wurde.
  • Die Tatsache aber, dass die Bebauung der Bodendenkmäler und auch die aggressiven Auseinandersetzungen lediglich durch eine kleine Gruppe Biker erfolgte, wird in der öffentlichen Diskussion und in den Artikeln verschwiegen.
  • Somit wird statt Aufklärung und sachlicher Diskussion, der Aufbau von Feindbildern und gegenseitigen Schuldzuweisungen vorangetrieben.
  • Angebote zu Gesprächen und zur Mithilfe zur Lösung von Konflikten liefen bislang leider ins Leere. So blieb ein, von uns bereitgestelltes, nicht-öffentliches Diskussions-Forum, indem sich die beteiligten Gruppen (Anwohner, Biker, Vertreter der Gemeinden und Ämter, Besitzer und Pächter) sich austauschen und gemeinsam nach Lösungen suchen könnten, nach kurzer Zeit ungenutzt. Nachfragen ergaben, dass die Diskussion nun 'intern' weitergeführt würde! Wir Biker sehen uns ausgeschlossen und allein gelassen.
  • Ebenfalls der Vorschlag ein Wegenetz für MTB-ler aufzubauen und Konfliktzonen durch intelligentes Trail-Management zu entschärfen - wie es auch Organisationen wie der IMBA, der DIMB und nun auch der MTBvD entwickeln und anbieten, wurde bislang missachtet - bzw. der Diskurs hierüber abgebrochen. Erfreulich ist aber, dass der MTBvD mit seinem Konzept "Angebote statt Verbote" und dem Black Mountain Bikepark erste Erfolge zu haben scheint. Wir hoffen, dass dieser Weg weiterverfolgt wird!
  • Die zunehmende Blockierung von Wegen durch Bäume und Äste stellt eine ernstzunehmende Gefährdung von MTB-Fahrern dar. Doch diese Blockaden behindern nicht nur MTB-Fahrer, sondern auch andere Nutzer-Gruppen (Wanderer, Familien). Zudem erzeugt die Blockierung von Wegen (durch Sturmschäden oder vorsätzlich geschlagene Bäume) zusätzlichen Schaden, da die Bäume umlaufen werden (müssen) und somit der anliegende Wald direkt geschädigt wird.l

Im November 2008 hatten wir uns für ein Interview mit der Redakteurin Esther Mai von der Westdeutschen Zeitung getroffen. Mit von der Partie war Stefan Fehlbier.

"Der Wald soll allen gehören!" - WZ, 28.11.2008

Ausgangspunkt für diesen Termin war ein Artikel im Regionalteil des Kölner Stadtanzeigers, indem einseitig gegen "die" Mounatinbiker im Allgemeinen polemisiert wird.

Bereits im Mai 2007 - im Zusammenhang Eifgenburg - hatten wir mit den Vertreter der verschiedenen Ämter und Vereinen Kontakt aufgenommen und bei einem Ortstermin das Gespräch gesucht.

Im Juni 2008 kam es zu einem erneuten Orttermin - diesmal vor dem Hintergrund des illegalen Bebauung des Bodendenkmals Burg Erberich.

In beiden Fällen geht es um die Befahrung eines als Denkmal geschützten Bodendenkmals.
Wir von Frosthelm haben damals unsere Hilfe angeboten, unsere Leser über die Fahrverbote auf den Bodendenkmälern aufzuklären und die entsprechende Artikel online gestellt.

Im Dezember 2008 folgte ein weiteres Interview - diesmal mit dem Redakteur Tim Gatter vom Kölner Stadtanzeiger.

"Radler und Wanderer streiten im Wald" - KSTA, 21.12.2008

Auch dieser Artikel wendet sich gegen die pauschale Verurteilung von MTB-Fahrern und plädiert für einen verständnisvolleren Umgang miteinander.
Es geht um die Notwendigkeit des gegenseitigen Respektes und der friedlichen Koexistenz aller Besucher des Waldes. Siehe hierzu auch den Kommentar - "Den Streit schlichten".

Ebenfalls im Dezember wurde das Thema auch in der Rheinischen Post, Regionalteil Wermelskirchen, behandelt.
Der Redaktuer Bernd Geisler führte hierzu ein Telefonnterview mit mir.

"Rücksicht nehmen im Wald" - RP Online, 02.01.2009

Die Konflikte zwischen Wanderern und Bikern beschränkt sich schätzungsweise auf gerade mal 20%. Allerdings sorgen diese immer wieder für Verdrust. Allein gegenseitige Rücksichtnahme und umweltverträgliches Verhalten kann helfen die Spannungen abzubauen. Was so normal klingt ist jedoch leider nicht immer normal - und das gilt für alle Beteiligten!

Interessant ist, dass die alte Downhill-Strecke am Schöllerhof nun vom Eigentümer Prinz Hubertus zu Sayn-Wittgenstein offiziell zur Befahrung freigegeben worden sein soll !