Testbericht Specialized Demo 8


Der Rahmen des Demo 8 wirkt sehr kompakt.
Ich war nach den größtenteils überschwänglichen Testberichten sehr gespannt, ob mir das Bike ebenfalls zusagen würde. Bei der Rahmengröße entschied ich mich - anstatt wie bisher Größe Large (Trek Session 8.8 – 2010) - nach einem Probesitzen auf dem Demo zur Rahmengröße Medium! Dabei unterschieden sich reach und stack im Vergleich zum Trek-Rahmen nur unwesentlich. Doch eines war klar, auf dem Demo sitzt man kompakter – ohne sich jedoch dabei zu beengt fühlen. Das Bike baute ich dann mit den meisten Anbauteilen meines Trek Session auf: Mit der Marzocchi 888 Evo Ti als Gabel, Formula The One Bremsen, DT Hügi Naben, Boobar 780 usw.
Der Demo 8 hat einen sehr sensiblen Hinterbau.
Lediglich die Kurbeln „kürzte“ ich von 175-er auf 170-er Saints und die X.9 Schaltung wurde nun über einen Shortcage satt eines Midcage gesteuert. Dazu Änderte ich auch noch die Größe des Kettenblattes von 38 auf 36 Zähne, da das Tretlager des Demo wirklich tief liegt und man schauen sollte, das man dies beim Aufbau berücksichtigt. Außerdem verbaute ich noch eine andere Kettenführung – statt der LG 1+ nahm ich nun die SRS+, da sie angeblich besser zum einfedernden Hinterbau passen und nicht mit ihm kollidieren soll. Da ich auch den einen oder anderen Anstieg mit dem Bike bewältigen möchte, hatte ich als Kassetten – Ketten-Kombination eine 9-fach 12/36er Kassette und ein 36-er Kettenblatt gewählt. So hat man die Chance mit dem Truck noch ein paar Höhenmeter zu machen, ohne dass man ohnmächtig aus dem Sattel fällt.
Die Cane Creek Setup-Tabelle mit dazugehörigen Werkzeug.
So aufgebaut machte das Bike bei ersten drauf setzen schon mal einen ganz ansprechenden Eindruck. Ein weiteres interessantes Feature ist der im Demo-Rahmen verbaute Cane Creek Double Barrel Dämpfer, der einem schier unendliche Setup-Möglichkeiten eröffnet. Jetzt hieß es nur noch – den CCDB auf meinen persönlichen Geschmack einstellen. Das schien erstmal ein recht schwieriges Unterfangen zu werden, wenn da nicht die von Cane Creek mit gelieferte Set Up Tabelle sowie das dazugehörige Werkzeug wäre! Anhand dieser von Cane Creek in Zusammenarbeit mit Specialized empfohlene Voreinstellung kann man sich recht schnell an das eigene Set Up herantasten ohne im Einstellungsdschungel des Dämpfers verloren zu gehen. So hatte ich dann auch recht schnell und nach einigem Ausprobieren mein persönliches Ideal-Setup gefunden.
Der Cane Creek Double Barrel bietet schier unendliche Setup-Möglichkeiten.
Die Charakteristik des Hinterbaus des Demo ist aber komplett anders als die z.B. des Session 8.8. Der Hinterbau des Demos arbeitet viel weicher und extrem sensibel als der des Session. Nicht, dass das Session einen schlechten Hinterbau hätte – im Gegenteil, aber sie unterscheiden sich eben doch sehr voneinander. Wo das Demo soft arbeitet und alles wegschluckt reagiert das Session eher direkter und weitaus straffer. Das Session macht beim Antritt den agileren und spritzigeren Eindruck - doch wenn es steil, hart und ruppig wird, dann kann man mit dem Demo einfach länger das Gas offen stehen lassen. Es mag zwar weniger Popp als das Session haben, doch aufgrund des kurzen Hinterbaus und der recht hohen Front kann man es locker über Sprünge ziehen und somit stellt es auch ein sehr gutes Bike für Bike-Park-Einsätze und ähnlichem dar. Dabei harmoniert die 888 Evo TI mit dem CCDB weitaus besser als mit dem im Session verbauten Fox DHX RC 4.
Bergauf-schieben ist mit dem Demo 8 durchaus normal.
Auf dem Trail Hier geht das Demo ab wie eine Rakete und steile Abfahrten verlieren deutlich ihren Schrecken. Dabei wirkt es extrem wendig und dank des extrem tiefen Tretlagers vermittelt es deutlich das Gefühl mehr im Rad zu stehen als jedes andere Bike das ich bisher gefahren bin. Dieses Gefühl ist einerseits extrem angenehm, hat aber einen Haken, den man berücksichtigen muss: Da das Tretlager so tief liegt, erhöht sich die Gefahr des Aufsetzens deutlich. Hier ist eine entsprechende Fahrtechnik gefragt. Das Bike will eher über Hindernisse gepusht oder gesprungen werden und wenn man das Bike flach in die Kurven legt, ist der Blick auf die richtige Pedalstellung unumgänglich – sonst droht mindestens Zahnverlust bei den Plattformpedalen oder eben Sturzgefahr!
Steile Abfahrten verlieren mit dem Demo deutlich ihren Schrecken.
Gibt man mit dem Demo so richtig Gas, merkt man das sich das Bike wie auf Steroiden fährt. Es gibt scheinbar nichts, was sich dem Bike in den Weg stellen kann. Das Demo bügelt alles platt! Dabei lässt es sich gefügig in enge Turns drücken und auch Sprünge fallen mit dem Demo angenehm einfach aus. Sollte man mal etwas unsauber landen, das Demo verzeiht solche Fehler recht sicher! Dank des kurzen Hinterbaus lässt es sich gut in den Manual ziehen und bleibt trotz aller Laufruhe recht wendig. Fazit: Alles in allem kann ich nur sagen, dass Demo ist eines der besten Big Bikes, die ich je gefahren bin. Der Fahrspaß ist absolut maximal! Meine erste Wahl für diese Saison….