Bike-Fitting mit Siggi Graeve


Logo von Bike-Fit Siggi Graeve

Unabhängig davon, ob man gerade erst mit dem Biken anfängt oder schon lange dabei ist … Lust oder Frust hängt wesentlich davon ab, ob das Rad wirklich passt. Wenn man sich nicht richtig wohlfühlt, oder es im schlimmsten Fall sogar weh tut, sollte man etwas dagegen unternehmen.
Bei einem Bike-Fitting, wie es Ergonomie Expertin und MTB Fahrtechnik Trainerin Siggi Graeve anbietet, kann man sich professionelle und kompetente Hilfe holen.

Anamnese Gespräch auf der Coach

Beim Bike-Fitting geht es in erster Linie darum, dass Fahrrad bestmöglich auf seinen Fahrer einzustellen. Daher wird zu Beginn der Sitzung zunächst in einem Interview eine umfassende Anamnese durchgeführt. Wichtige Punkte hierbei sind Körpermaße, Fahrstil, Trainingsumfang pro Woche und ggfs. vorhandene Probleme (Schmerzen, Taubheitsgefühle, etc).
Sollte die Arm-, Schrittlänge oder Schulterbreite nicht bekannt sein, so werden diese Maße im weiteren Verlauf der Sitzung ermittelt.

Ermittlung der richtigen Sattelgröße mittels Sitzschablone

Im nächsten Schritt wird der Sattel - der größte Kontaktpunkt des Körpers mit dem Rad - überprüft. Hierbei ist die richtige Breite der entscheidende Faktor. Um die korrekte Breite zu ermitteln wird ein Hocker verwendet, mit dem Abdrücke der Sitzhöcker des Beckens genommen werden können. Je nach Fahrradtyp oder Sportart kann nun die passende Sattelbreite ermittelt werden.

Kontrolle und Korrektur des Klickpedal-Systems

Das jeweils verwendete Klickpedal-System wird ebenfalls überprüft. Die Ausrichtung und Position der Cleats bestimmt schließlich wie der Schuh - und mit ihm der Fuss des Fahrers - auf dem Pedal steht und wie gut die Kraftüberragung gelingt. Ist die Verbindung nicht korrekt ausgerichtet, so kann die Bewegung beim Pedalieren sogar Schmerzen verursachen.

Die Analyse der Haltung des Fahrers auf dem Rad ist ein wichtiger Teil des Bike-Fittings

Schließlich wird geschaut, wie sitzt der Fahrer auf dem Rad, wie ist die Streckung der Arme und wie die Haltung der Hand. Dieses komplexe Zusammenspiel des Körpers mit dem Fahrrad wird in kleinen Schritten analysiert. Sollten hierbei Unstimmigkeiten entdeckt werden, können diese ggfs. durch Austausch von Komponenten gelöst werden. Dabei hatte es sich als sehr praktisch erwiesen, dass das Fitting bei Cyclewerx im Laden stattgefunden hat. So konnte der Vorbau meines Rennrades direkt vor Ort gegen ein kürzeres Model getauscht werden.

Messung der aktuellen Sattelhöhe mit dem Meterstab

Nach der Überprüfung aller Kontaktpunkte, wurde nun die Sattelhöhe gemessen und nachjustiert. Zur Bestimmung der Sattelhöhe gibt es unterschiedliche Ansätze, von einfachen Formeln bis zu komplexen Überlegungen, die viele Faktoren einschließen.
Die simple Rechenformel Schrittlänge x 0,883 = Sattelhöhe nach Greg LeMond hat sich bei mir als zu ungenau herausgestellt.

Überprüfung der Fussstellung mit dem Pendel

Nach der Sattelhöhe, der Vorbaulänge und des Pedal-System wurde die Position des Schuhs auf dem Pedal mit einem Pendel überprüft. Auch hier gibt es unterschiedliche Verfahren. Letztlich laufen aber alle Methoden darauf hinaus, dass das Lot vom Knie durch die Pedalachse verlaufen sollte - nur die Messpunkte sind verschieden.

Beim Pedalieren kommt es auf den richtigen Winkel des Knies an.

Beim Bike-Fitting wird unter anderem der Beugungswinkel des Beins gemessen, der sich in einer bestimmten Kurbelstellung ergibt. Dieser Winkel, so erklärte es Siggi, sollte sich innerhalb eines bestimmten Bereiches befinden, um eine effiziente und schonende Bewegung zu ermöglichen. Zur Bestimmung der endgültigen Sattelhöhe wird aber auch das eigene Körpergefühl des Fahrers mit in die Überlegung einbezogen.

Auch beim MTB ist eine gute Sitzposition entscheidend

Das Bike-Fitting ist ein erstaunlich komplexer Vorgang, der neben genauer Vermessung und Beobachtung des Körpers und des Bikes, auch ein fundiertes Wissen über den Aufbau und die Funktionsweise des Körpers voraussetzt. Über Recherche im Internet, eigene Beobachtung, sowie Trial & Error Versuchen lässt sich zwar schon vieles richtig machen. Doch schneller und medizinisch fundierter geht es über ein professionelles Bike-Fitting!

In meinem Selbstversuch habe ich viel Neues und erstaunliche Zusammenhänge erfahren, die ich wohl nie selbst entdeckt oder erkannt hätte.
Das Komponenten direkt vor Ort ausprobiert und bei Bedarf ausgetauscht werden konnten, hat sich als sehr praktisch herausgestellt.

Fazit:
Aus meiner Sicht lohnt sich ein Bike-Fitting für alle, die längere Strecken auf dem Rad zurücklegen wollen.
Insbesondere Einsteiger können somit von Anfang an - am besten direkt beim Kauf - sicherstellen, dass ihr Wunschrad optimal eingestellt ist. Erfahrene Fahrer profitieren ebenfalls, z.B. wenn unbemerkte Unstimmigkeiten oder konkrete Schmerzquellen gefunden und behoben werden können.

An dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an Siggi Graeve (bikefit-siggigraeve.de) für ihre kompetente Hilfe und den sehr netten und lustigen Abend, sowie an Cyclewerx (cyclewerx.bikede.de) für das zur Verfügung stellen ihrer Räumlichkeiten.