Testbericht Ransom 30


Frosthelm hatte Gelegenheit das neue Scott Ransom 30 auf seinen Lieblingstrails zu testen! Nur das Wetter spielte nicht so richtig mit: es regnete in Strömen und die Welt versank in Nebel und Matsch. Dennoch wollten wir uns die Laune nicht vermiesen lassen und trotzen dem Wetter - schließlich waren wir in wichtiger Mission unterwegs: Das Ransom 30 auf seine Trail-tauglichkeit prüfen! Als Erprobungsort hatten wir uns das Gebiet um Wuppertal ausgesucht. Hier gibt es zwei Trails, die unserer Meinung nach bestens geeignet wären, das Ransom auf "Herz und Nieren" zu testen: der technische Singletrail von Beyenburg und der verblockte Downhill bei Oberdahl.
In der Hand: Das Scott Ransom macht einen sehr edlen und technischen Eindruck. Der Rahmen ist detailverliebt verarbeitet und wirkt dadurch hochwertig und robust. Der Equalizer-Dämpfer von Scott trägt einen guten Teil hierzu bei: seine einzigartige Optik und die mittige Position im Rahmen lässt Assoziationen zu Motocross Maschinen aufkommen. Apropos: der Equalizer verfügt über einen "Remote-Control-Hebel", mit dem sich vom Lenker aus der Federweg in 3 Stufen variieren lässt: kompletten Federweg, halben Federweg mit starker Progression und Lockout. Hebt man das Bike an, so ist man erstaunt, wie leicht das Ransom ist. Ein kleiner "Ah-Effekt" stellt sich ein: das Ransom ist ein rein-rassiges Enduro - kein Freerider!

Auf dem Trail:
Die Leichtigkeit des Ransom macht sich direkt beim Antritt bemerkbar. Mühelos lässt sich das Ransom beschleunigen. Die Reifen scheinen auf dem Boden zu kleben - das exzellente Fahrwerk des Ransoms sorgt für permanente Traktion. Selbst im "Full Mode", d.h. bei vollem Federweg, ist das Wippen des Dämpfers mit Plattform-System erträglich. Doch dank Remote-Control-Hebel braucht man sich hierüber keine Gedanken machen. Einfach den Hebel mit einem Finger umgelegt und man macht aus dem Ransom ein Hardtail. Mir war es fast unangenehm wie straff und bockig der Hinterbau wurde.

Beim Downhill:
Besonders gespannt war ich auf die Downhill-Eigenschaften des Ransom und wurde sehr angenehm überrascht: selbst dicke Gesteinsbrocken und fiese Wurzeln wurden von der hervorragend gedämpften Fox-Gabel und dem Equalizer weg geschluckt. Selbst in kritischen Situationen behält man volle Kontrolle und wird nicht ausgehebelt. Dennoch wünscht man sich schnell eine Gabel mit mehr Federweg, die höher baut.
Die Sitzposition auf dem Ransom ist aufgrund des langen Oberrohres leicht gestreckt. Dieser Eindruck verstärkt sich noch mehr, wenn man vor Downhill-Passagen den Sattel runter lässt. Leicht stellt sich so das Gefühl ein, nach vorne zu kippen. Hierdurch ist man geneigt, das Gas weg zu nehmen und somit das Potenzial des Bikes nicht auszuschöpfen.

Fazit:
Das Ransom spannt einen weiten Bogen: dank Remote-Control und Top-Federung kann das Ransom sowohl beim Uphill als auch beim Downhill überzeugen. Für sportlich orientierte Enduro-Fahrer dürfte das geringe Gewicht und die leicht gestreckte Sitzposition ein zusätzliches Plus sein. Für Freerider oder Downhiller sieht dies jedoch anders aus - Schade eigentlich, denn das Bike bietet enorme Reserven.