iPhone App: Trails - Neue Version


Das iPhone App Icon der neuen Trails Version

Die iPhone App Trails wurde von Grund auf erneuert ... dabei wurde nicht nur das Aussehen der App überarbeitet, sondern auch so manche Funktion. Zudem sind in der neuen App einige Neuerung enthalten. Grund genug also unserem vorherigen Artikel zur Trails App einen neuen Testbericht zur Seite zu stellen.

Ich habe mir daher die App gründlich angeschaut und einem Praxistest unterzogen, um zu sehen ein Update lohnt.

Anders als die vorherige Version kann die neue App kostenlos im App Store geladen werden. Allerdings handelt es sich hierbei um eine Art Basisvariante, die drastisch im Funktionsumfang beschnitten wurde. So können zum Beispiel nur 5 Tracks aufgezeichnet und keine Offline-Karten abgespeichert werden. Die kostenlose App ist also eher als eine Art Demo-Version anzusehen. Ich denke aber, dass der Funktionsumfang ausreicht, um die App zu testen, und um beurteilen zu können, ob man mit der App gut zurecht kommt.

Die „Pro“-Version basiert auf einem Abo-Modell: hier zahlt man für einen bestimmten Zeitraum einen bestimmten Betrag, und kann dann für diesen Zeitraum den vollen Funktionsumfang nutzen. Das Abo verlängert sich übrigens nicht automatisch. Man kann sich also nach Ablauf eines bezahlten Zeitraumes immer wieder neu entscheiden.

Liste der Track als übersichtliche Liste mit Übersichtskarte

Nach dem Start der App wird eine Liste der aufgezeichneten Tracks angezeigt. Oberhalb dieser Liste zeigen Positionsmarker auf einer Übersichtskarte die Art und die Anzahl der vorhandenen Aktivitäten an.

Innerhalb der Liste wird neben dem Titel des Tracks für jede Art von Aktivität ein entsprechendes Icon angezeigt, welches sich über eine leicht zu bedienende Editierfunktion auch nachträglich anpassen lässt. Zudem werden Details wie Distanz, Datum, Dauer und auch die Daten-Quelle zu jeder einzelnen Aktivität angezeigt. Wenn die Liste erstmal länger und unübersichtlich geworden ist, lässt sie sich nach unterschiedlichen Kriterien, wie z.B. Datum, Titel oder Distanz, sortieren.

 

GPS Tracks als Marker auf der Karte

Die Import-Schnittstellen der App sind vielfältig ... neben GPSies und EveryTrail steht der Import über eine URL, AirDrop oder iCloud Drive zur Auswahl. Allerdings hat ein Import von Daten von dem iCloud Drive in meinen Tests nicht funktioniert. Weiterhin kann man über die "Öffnen mit..." Funktion Tracks aus anderen Apps übernehmen.

Wirklich toll gemacht ist die Suche über GPSies: man zoomt einfach in die Karte hinein oder gibt einen Ortsnamen ein, und schon bekommt man für die ausgewählte Sportart mögliche Tracks mit Positionsmarker in der Karte angezeigt. Diese lassen sich dann direkt importieren und die Tour kann losgehen ... einfacher geht es kaum.

Darstellung von Tourendetails zur Auswertung

Kehrt man am Ende der Tour zu seinem Ausgangspunkt zurück, wird die Aufnahme automatisch beendet. Für Mountainbike Touren, die als Rundkurs gefahren werden, ist es ein sinnvolles und praktisches Feature. Wer das nicht möchte, kann dieses Verhalten in den Einstellung deaktivieren.

Nach Beendigung einer Aktivität lassen sich die aufgezeichneten Details zur Auswertung aufrufen. Höhenmeter und Geschwindigkeit werden bereits in der Übersicht als Graphen, zusammen mit Minimal-, Maximal- und Durchschnittswert angezeigt.

Schön gemacht ist, dass die Graphen mit einem Klick auch Bildschirm füllend und im Querformat angezeigt werden können. In dieser Darstellung kann man die Zoomstufe der Graphen anpassen und diese mit anderen Messdaten kombinieren - so lassen sich die Daten mit Bezug zueinander analysieren (siehe: Bilder in der Galerie).

Export Optionen der Trails Appp

Die Export Optionen sind allerdings nicht ganz so umfangreich ... neben dem "klassischem" Export per E-Mail, können Tracks über Facebook oder Twitter geteilt werden, oder auch in der iCloud gesichert werden. Das Backup über die iCloud ist sehr praktisch, da somit die Dateien direkt auf den heimischen PC geladen werden können. Was jedoch fehlt, ist die Option einen Track direkt per AirDrop zu teilen.

Nur in Verbindung mit einem Abo nutzbar: Offline-Karten in Trails

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Nutzung von Offline-Karten nur in Verbindung mit einem Abo möglich. In den Einstellungen lassen sich unterschiedliche Kartentypen und die Detailtiefe vor dem Download auswählen. Die Beschränkung der Offline-Maps irritiert zunächst etwas, da die Nutzung von dem OpenStreetMap Kartenmaterial doch ausdrücklich kostenlos ist. Allerdings gilt dies jedoch nur für die Online-Karten. Die Kacheln, die für die Offline-Karten verwendet werden, sind kostenpflichtig (siehe hierzu: OpenStreetMap Tile usage policy).

Die Auswahl des Kartenausschnittes ist extrem fummelig und fehleranfällig. Mit Wischen und Zoomen soll man den Ausschnitt für den Download auf der Karte aussuchen. Jedoch wird der Markierungsrahmen zur Auswahl des Kartenausschnitt zusammen mit der Karte gezoomt, wodurch es fast unmöglich wird, den richtigen Ausschnitt auszuwählen. Die Karte hinter dem Markierungsrahmen wird (auf dem iPhone 6) zudem so hochaufgelöst dargestellt, dass sich Ortsnamen ohne Lupe kaum lesen lässt. Eine Orientierung auf der Karte ist damit kaum möglich.

Karten verschwinden zwischendurch immer mal wieder.

Während meiner Tests der App wurde ich leider immer wieder von Problemen bei der Darstellung der Karten geplagt. Zwischendurch waren die Karten einfach mal verschwunden und selbst Offline-Karten wurden nicht mehr angezeigt. Damit wird das wesentliche Argument für das neue Abo-Modell ad absurdum geführt. Das schafft leider kein Vertrauen in die Zuverlässingkeit der App. Will man sich in unbekanntem Gelände bewegen, wo man auf eine Karte angewiesen ist, so ist das ein echtes k.o.-Kriterium.

Mit der Apple Watch lässt sich die Trails App steuern.

Smartwatches sind im Trend und eignen sich unter Anderem zum Aufzeichnen von sportlichen Aktivitäten. Umso besser, wenn man quasi als Beigabe gleich die passende App auf die Uhr installiert bekommt - sofern man eine Apple Watch besitzt.

Die Bedienung der Watch App beschränkt sich eigentlich auf den Start und Beendigung der Aufzeichnung, sowie der Anzeige der aktuellen Messstatistik. Ist der Auto-Stop aktiv, wird man über die Uhr benachrichtigt, wenn die Aufzeichnung gestoppt wurde.

Für meinen Test hatte ich die Herzfrequenz als zusätzliche Statistik für die Darstellung auf der Uhr konfiguriert. Leider hat die App zu keiner Zeit einen Pulswert angezeigt. Meine Nachfrage beim Support ergab, dass es offenbar Probleme mit dem Auslesen der Pulsdaten aus der Health App auf dem aktuellen Betriebsystem gibt. Ein Update auf iOS 9 soll das Problem beheben.

Fazit:

Die neue Trails App macht grundsätzlich einen guten Eindruck. Das neue Interface ist gegenüber dem Vorgänger moderner und auch übersichtlicher gestaltet. Die Bedienung der App fällt insgesamt leicht. Die Detaildarstellung von Touren und deren Messdaten wurde gegenüber der alten App ebenfalls wesentlich verbessert. Wirklich spannend ist die integrierte Suche nach Tracks über die Karte und deren Import über GPSies. Einfacher kann man nun wirklich nicht zu neuen Strecken kommen. Dazu sei aber gesagt, dass man natürlich immer noch schauen muss, ob die Strecken einem zusagen.

Wer eine Apple Watch besitzt, der weiß, wie praktisch der schnelle Blick auf Daten oder auch die Steuerung von Apps ist. Das Handy kann sicher im Rucksack bleiben und man hat über die Trails App trotzdem alle wichtigen Funktionen griffbereit.

Die Darstellung von Karten hat sich leider als etwas wackelige Angelegenheit erwiesen. Die eher schwierige Bedienbarkeit im Bereich des Offline-Kartenmaterials, sowie die fehlende Verwaltung derselben finde ich nicht wirklich gut gelungen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die App das Potenzial hat wieder als Top GPS App zu gelten. Jedoch sind die oben genannten Fehler der Software mehr als unschön und nervig. Und wenn selbst die bezahlten Funktionen versagen hört der Spaß schnell auf. Wer ein iPhone 6 (+) besitzt wird wahrscheinlich sowieso die App wechseln wollen, da die alte Trails App nicht mehr weiterentwickelt wurde und das größere Display nicht unterstützt. Bevor man aber guten Gewissens die neue App und dazu ein Abo empfehlen kann, sollte der Hersteller bei den Fehlern noch nachbessern.