Scout App für iPhone und Android


Icon der Scout App von MagicMaps

MagicMaps bietet mit der Scout App für das iPhone und Android eine Lösung für das Aufzeichnen von GPS Tracks und Navigation im Gelände an. MagicMaps setzt hierbei auf die Integration bzw. Anbindung an deren Software "Tour Explorer" für den Windows Desktop und die Verwendung von amtlichen, topographischen Karten.

Tacho Ansicht der Scout App

Auf dem Tacho Screen wird über einen großen Start/Stop Button die Aufzeichnung gesteuert. Oben links zeigt ein Punkt die Aufnahme (REC) oder Pause an. Oben rechts geben fünf hellblaue Balken Aufschluss über die Qualität des GPS-Signals. Die Anzeige der Messdaten kann mit einem Tap auf eine der acht Flächen angepasst werden. Auf dem dunkel gehaltenen Screen lassen sich die Messwerte recht gut ablesen.

Möglichkeiten zum Import von GPS Tracks

Die Importfunktion für Touren fällt recht spartanisch aus. Neben einer allgemeinen Google-Suche stehen ganze drei GPS-Portale als Links zur Auswahl. Die Portale sind jedoch nicht direkt angebunden oder integriert, sondern werden nur als Links in einem Browser geöffnet. Der Anwender muss sich seine GPS Tracks schon selbst zusammensuchen.

Das ADFC Portal bietet hierzu neben einer recht überschaubaren Liste von kostenlosen Touren auch eine Tourensuche, deren Ergebnisse jedoch eine Registrierung auf deren - nicht für mobile Geräte geeignete - Website erfordert. Während GPSies gewohnt umfangreich und informativ ist, bietet gps-fit nur wenige Touren.

Verfügbare Karten-Quellen - der Schwerpunkt liegt auf dem Vertrieb von Kartenmaterial.

Als Kartenmaterial bietet sich im Scout im Grunde nur ein Kartentypen an: amtliche typologische Karten, die von Magicmaps vertrieben werden. Die Option OpenStreet Map basierte Karten zu verwenden ist nur bei bestehender Onlineverbindung nutzbar.
Die Karten von Magicmaps können direkt über die App im integrierten Map Store gekauft oder über die separat erhältliche Software "Tour Explorer" auf das Handy geladen werden. Angeboten wird Kartenmaterial für 11 europäische Länder, sowie die USA. Die Preise für die Karten variieren - je nach gewählter Region - zwischen 0,99 EUR (USA) und 9,99 EUR (Frankreich). Über einen MagicMaps Live Account lassen sich die Karten auf beiden Systemen nutzen.

Spezialkarten für Freeride Skier und Supertrails für Biker

Als Besonderheit wäre noch die FreerideMap und die Supertrail Map zu nennen. Die FreerideMap richtet sich an Skifahrer, die abseits von den Standardpisten unterwegs sind, und informiert z.B. über den Schwierigkeitsgrad der befahrbaren Hänge, Sperrgebiete und Gefahrenstellen. Die Supertrail Map bietet nur für bestimmte Regionen im In- und Ausland zusätzliche Information, wie z.B. Schwierigkeitsgrad oder Beschaffenheit von Abfahrtsstrecken. Die Preise für beide Kartentypen liegen bei 8,99 EUR je Region.

Maximale Auflösung bei der Verwendung des 1:50000 Kartenmaterials

Allerdings lassen sich über die App lediglich Karten im Maßstab 1:50000 kaufen. Schaut man sich die hiermit maximale erreichbare Auflösung auf dem Kartenausschnitt im Bild an, so sieht man schnell, dass diese Qualität im Zweifelsfall bei Weitem nicht ausreichend ist.

Die S-Kurve in der Bildmitte soll das Problem verdeutlichen: Ist man nicht ortskundig, so könnte man annehmen, man müsste dem Track lediglich auf der Straße nach Süden folgen. Tatsächlich aber befindet sich der Abzweig erst ca. 100m weiter links von der Stelle, wo der Track auf die Straße führt. Zum Vergleich finden sich Screenshot von anderen Karten in der Bildergalerie.

Tourenliste in der Scout App

Aufgezeichnete Strecken werden unter Touren gelistet. Neben einer Miniatur-Darstellung der Strecke wird die Gesamtlänge, die Höhenmeter und das Datum der Aufzeichnung bzw. Imports dargestellt. Hat man viele Touren gesammelt, wird es recht schnell unübersichtlich - auch wenn die Touren nach Datum absteigend geordnet sind. Funktionen die Liste nach irgendeinem Kriterium zu filtern fehlen gänzlich.

Detailansicht zur Auswertung einer Tour

Die Detailansicht zur Auswertung zeigt sich ähnlich nüchtern wie die Listendarstellung, und zeigt zunächst keine weiteren nennenswerten Details der Tour an. Verfügbare Optionen in dieser Ansicht sind: die gewählte Tour versenden (Export), Diagramm oder Karte aufrufen. Darüber hinaus gibt es einen Bearbeitungsmodus, indem weitere Detailinformationen, wie Art der Aktivität und Bewertungen über die Landschaft, die benötigte Kondition, erforderliche Technik und Erlebnisqualität nachgepflegt werden können (Bilder hierzu in der Galerie).

Die Diagramm-Ansicht einer Tour zeigt Profile der Höhenmeter, Geschwindigkeit und Herzfrequenz.

Die Diagramm-Ansicht einer Tour zeigt Profile der Höhenmeter, Geschwindigkeit und Herzfrequenz. Die Diagramme lassen sich im Hoch- als auch Querformat betrachten. Das war es dann aber auch schon. Die Herzfrequenzmessung kann nur in Verbindung mit einem kompatiblen Bluetooth® Gerät genutzt werden. Die SmartWatches, wie die von Apple oder Pebble, werden nicht unterstützt. Ein Brustgurt von MagicMaps kann über die App bestellt werden.

 

Überschaubare Export Möglichkeiten: E-Mail senden oder Hochladen

Die Möglichkeiten zum Export von Touren sind recht überschaubar - entweder man versendet eine E-Mail oder lädt den Track zu GPSies hoch.

Liste und Import von Wegepunkten

Zusätzlich bietet die App eine Liste von Wegepunkten, deren Gestaltung ähnlich zu den Touren recht einfach gehalten ist. Weder die Listen- noch die Detaildarstellung bietet eine Möglichkeit zur Organisation der Wegepunkte. Wird die Liste länger, wird es also auch hier schnell unübersichtlich.

Wegepunkten als Navigationsziele anpeilen

Auch die Wegepunkte können per E-Mail versendet werden. Das könnte durchaus praktisch sein, wenn man z.B. einen gemeinsamen Treffpunkt ausmachen oder jemanden zu einen Ort navigieren möchte. Der Haken an der Sache ist, dass der Import nicht funktioniert. Der Wegepunkt aus der E-Mail wird weder auf der Karte angezeigt, noch wird der Wegepunkt für eine spätere Verwendung in die Liste der Wegepunkte übernommen.

Über die Funktion Anpeilen wird die Luftlinie zwischen dem aktuellen Standort und einem Wegepunkt berechnet und auf der Karte angezeigt. Allerdings ist bei der Navigation im Gelände die Luftlinie zwischen zwei Punkten wenig aufschlussreich. Befindet man sich z.B. im Gebirge, dann mag die Luftlinie nur wenige Kilometer betragen, die tatsächliche Strecke, um von Punkt A zu Punkt B zu gelangen, kann unter Umständen wesentlich länger sein.

Fazit:

Grundsätzlich kann man sagen, das die Scout App von MagicMaps einen soliden Eindruck macht.
Die Aufzeichnung einer Tour klappt tadellos und das Kartenmaterial kennt man bereits von der Papier-Variante.

Von dem angebotenen Kartenmaterial können jedoch nur die Karten im Maßstab 1:25000 empfohlen werden - diese sind jedoch nur in Verbindung mit der Windows Software "Tour Explorer" erhältlich. Die Standardkarten über den integrierten Map Store sind einfach zu schlecht aufgelöst. Darüber hinaus ist das Scrollen oder Wischen auf den seltsam un-modern wirkenden Karten sogar auf einem aktuellen Smartphone eher schwerfällig und mühsam.
Die Papierkarten vom Wanderverein (meist 1:25000) behalten weiterhin ihre Berechtigung.

Optisch wie funktional scheint die App aus der Zeit gefallen zu sein. Diesen Eindruck gewinnt man auch bei der Verwendung vom "Tour Explorer", dessen Oerfläche sich seit unserem letzten Test nicht sonderlich verändert hat. Die Benutzeroberflächen der Software und der App versprüht den Charme von Windows XP, aber was vor 15 Jahren auf der Höhe der Zeit war, wirkt heute etwas angestaubt. Die groben Buttons und die einfachen Text-Links laden das Auge nicht gerade zum Verweilen ein. Auch in Punkto der Bedienbarkeit erwartet man heute mehr. So vermisst man schnell Möglichkeiten zur Filterung der langweiligen Touren- und Wegepunktlisten oder die fehlenden Schnittstellen beim Import und Export derselben.