Trailrunner


Wer einen Macintosh Rechner hat, dem bietet sich - außer bei Standardsoftware - nicht so eine riesige Auswahl wie den Kollegen mit Windows PCs. Allerdings sind Mac Programme meist ansprechender gestaltet und bieten ebenfalls alles was das Herz begehrt. Ein solches Programm ist auch Trailrunner, welches wir euch in diesem Artikel vorstellen möchten. Eigentlich wurde Trailrunner für Langstreckenläufer zur Trainingsplanung entwickelt. Aber wegen seiner vielseitigen Möglichkeit und der Fähigkeit mit vielfältigen GPS Geräten Daten auszutauschen, ist das Programm sicher auch für Mountainbiker interessant. Eine Übersicht der kompatiblen GPS Geräte gibt es auf der Trailrunner Homepage.
Die Programmoberfläche stellt sich nach dem Start schön aufgeräumt dar. Im oberen Bereich gibt es eine konfigurierbare Buttonleiste, in die man seine wichtigsten Programmfunktionen legen kann. Auffällig ist das große Fenster in der Mitte zur Darstellung von Kartenmaterial. Es lassen sich je nach Geschmack und Einsatzbereich verschiedene Kartendarstellungen (Straße, Satelliten, Gelände, TK50, OpenCycleMap) auswählen. Links daneben befinden sich die sogenannten Routen oder Trainings. Routen sind verschiedenen Strecken(-abschnitte) die man im Programm verwalten kann. Unter Trainings stehen die tatsächlich durchgeführten verschiedene Läufe über eine oder mehrere Routen. Anhand der Trainings lässt sich zum Beispiel ermitteln, ob man auf einer Strecke seine Zeit verbessert hat.
Eine Möglichkeit ist der direkte Import von Daten aus dem iPhone App Trails. Verbindet man das Gerät mit dem Programm (im Falle von Trails über das lokale Netzwerk), so wechselt die Programmansicht. Man sieht im oberen Bereich einen Querschnitt des Höhenverlaufs und im unteren den GPS Track als Overlay über der ausgewählten Kartendarstellung.
Im linken Bereich finden sich verschiedene Optionen für den Import: Zum Einen kann man den Import im Tagebuch aufnehmen. Das Tagebuch kann man verwenden, um seinen jeweiligen Trainingsverlauf der Woche / des Monats nachzuvollziehen. Praktisch: man kann beliebig viele Tagebücher anlegen, um so z.B. die Daten für´s Joggen und die vom Biken getrennt betrachten zu können. Zum Anderen lässt sich der Import in das persönliche Streckennetz aufnehmen. Hierbei hat man die Wahl, ob der Track als durchgehende Route oder Streckenabschnitt eingegliedert werden sollen. Damit lassen sich verschiedene Teile von Tracks hinterher zu neuen Routen zusammenstellen und als neuen Track exportieren.
Eine andere - wie ich finde sehr schön gelöste - Möglichkeit neue Routen zu bekommen ist die Funktion "Routen". Hierbei handelt es sich um eine Schnittstelle zu den Online GPS Portalen GPSies, Everytrail und Wikiloc. Zu einem beliebigen Punkt auf der Karte in der Fenstermitte sucht das Programm in den genannten Portalen nach Strecken in der Nähe dieses Punktes! Eine ausgesuchte Strecken lässt sich anschließend mit einem Klick importieren und auf Wunsch direkt in das eigene Streckennetz eingliedern.
Mit der "Orte" Funktion kann man das Programm auch zur groben Streckenplanung verwenden. Zu einem beliebigen Punkt in der Kartenmitte kann man nach den Entfernungen zu anderen Orten suchen. So gewinnt man zumindest eine ungefähre Vorstellung und kann diese in seine Überlegungen einfließen lassen. Für eine tatsächliche Tourenplanung ist das natürlich viel zu ungenau. Doch hierzu verfügt das Programm über die Möglichkeit eine neue Route anhand des Kartenmaterial selbst zu erstellen! Unterhalb der Kartendarstellung finden sich Tools zum Arbeiten mit der Karte und zum Erstellen und Verbinden von Wegepunkten. Eine so erstellte Route lässt sich dann später ebenfalls als Datei exportieren oder auf das GPS Gerät übertragen und zur Navigation verwenden.

Fazit:
Trailrunner ist ein super Programm zum Verwalten und Bearbeiten von GPS Tracks. Die vielen Schnittstellen zu den verschiedenen Geräten sind ein weiterer wichtiger Pluspunkt - so das wohl für die meisten Anwender etwas dabei sein dürfte.
Auf die Möglichkeiten der Trainingsplanung und Trainingsüberwachung sind wir noch gar nicht eingegangen - dennoch hat uns das Programm überzeugt.
Es macht Spaß damit zu arbeiten, wobei - ganz Mac-like - die Oberfläche einen nicht mit unzähligen Optionen und Buttons verwirrt.
Weniger ist eben manchmal mehr!