Mega Affinity (Stefan)


Oben angekommen bekomme ich glücklicherweise noch den Start von der Mega Promo, in der auch Thorsten startet, mit. Ich wünsche ihm noch viel Glück und hoffe, er kann seine gute Form auch heute nutzen. Das Startband schnellt hoch und die Promo setzt sich in Bewegung. Es ist einfach immer wieder ein unglaubliches Erlebnis, wenn sich 600 Biker in die Tiefe stürzen. Ich mache mich nun bereit, damit ich unmittelbar nach der Promo starten kann. Ein Organisator kontrolliert meinen Chip, womit meine Zeit genommen werden kann und los geht’s. Ich kippe, mit dem Bauch auf dem Sattel liegend, die schwarze Skipiste hinunter. Halb stürzend, halb schlitternd geht’s bergab. Es klappt aber recht gut und ich hole schon ein paar Fahrer des Promofeldes ein. Langsam komme ich in meinen Rhythmus und nehme mehr und mehr Fahrt auf. Über den Gletscher und hinein in den Gerölltrail. Ich lasse das Bike, so gut es geht laufen und merke, dass meine Kondition recht gut ist.
Mit viel Flow geht es dann Richtung Le Cairn und weiter hinab über handtuchbreite Trails nach La Mine de L’Herpie. Nun kommen die ersten längeren Gegenanstiege und es wird einem die Luft knapp. Aber mit Ruhe und einem gleichmäßigen Tritt schafft man auch diese Hürde. Nun geht es hinunter über schelle Wiesentrails nach Alpe D’Huez, wo die Zuschauer den Bikern zu jubeln und so noch mal Motivation freigesetzt wird. Nun geht es über einen Ziehweg hinauf Richtung Villar Reculas. Der nachfolgende Trail an der Bergkante entlang gehört zu den spektakulärsten der ganzen Strecke. Den weiteren Wiesentrail hinunter nach Villard Reculas kann man noch mal so richtig Gas geben und Zeit gut machen. Bis hierhin läuft es auch für mich ziemlich gut. Hinter Villard Reculas geht es in den Col Du Sardonne, einem Waldstück, das es noch mal so in sich hat. Enge Serpentinenkehren und Wurzel gespickte Pfade fordern noch mal alles von den Bikern, zumal immer wieder kurze steile Rampen den Rhythmus unterbrechen und die Beine brennen lassen. Mittlerweile ist man auch mit seinen Kräften ziemlich am Ende und man wünscht sich nur, dass diese Anstiege bald vorbei sind.
Dann geht es mit V-Max in das letzte Waldstück, wo nun echtes Playstation-Feeling aufkommt. Hier heizt man super schnell durch Serpentinen, Anlieger und Wurzelpassagen. Das macht so viel Spaß, dass man die Strapazen vergisst und sich nur dem Speed und der reinen Fahrfreude hingibt. Einmal muss man noch eine Strasse kreuzen und dann geht es in die letzte Waldpassage von Allemond, wo man nun die Hauptstrasse Richtung Ziel hinunter sprintet. Vor mir sehe ich noch einen Intense-Biker und liefere mir mit ihm ein Sprintrennen, was ich auch kurz vor der Ziellinie für mich entscheide. Einer der Ordner kontrolliert meinen Chip und zufrieden und erschöpft mache ich mich auf die Suche nach Thorsten und Verena.

Endlich finde ich die Beiden auf der Wiese liegend und relaxend.
Nach einiger Zeit machen wir uns auf und stellen uns in die Warteschlange für den Bustransfer nach Oz en Oisans, von wo aus wir per Gondel hoch zur Mittelstation fahren und hier ein letztes Mal die Freeridestrecke hinunter nach Alpe D’Huez nehmen bevor wir alles in den Van verpacken und uns auf den Weg zu unserem Appartment begeben.