Tour de Wangerland


Diese Sommerferien bin ich mit der Familie nach Schortens bei Jever zum Camping gefahren. Der Campingplatz Friesland Camping scheint uns noch ein richtiger Geheimtipp zu sein! Der Campingplatz mit großem Baumbestand ist relativ klein, verfügt über recht große Stellplätze, wird von einer netten Familie geführt und als Gast hat man freien Zugang zum angrenzenden Naturfreibad. So wurde er auch 2009 wieder vom ADAC mit 4 Sternen ausgezeichnet. Mit von der Partie war mein Freund Holger vom Kölner Team Comet Delia samt Familie, der mir ein Rennrad für eine gemeinsame Ausfahrt mitgebracht hatte. Das war natürlich eine willkommene Gelegenheit die Beine zu bewegen und Rennrad Erfahrungen zu sammeln!

"Mein" Rennrad war mit Pedalschlaufen und Rahmenschaltung zugegebenermaßen ein wenig nostalgisch ... aber sehr schön und durchaus funktional! Zudem passte es optisch sehr gut zu meinem Outfit - Style muss ja schließlich sein!
Holger hatte leider seine Schuhe mit den Klickies vergessen [grins] ... und musste ebenfalls auf Körbchen wechseln. Damit hatten wir wenigstens ansatzweise gleiche Voraussetzungen. Gut für mich! ;-)

Für unsere Ausfahrt hatten wir uns folgende Strecke ausgesucht:
Zunächst nördlich von Wilhelmshaven "ans Meer" - dann hoch nach Schillig - anschließend Richtung Carolinensiel - und über Jever zurück zum Startpunkt. Wir schätzen auf ca. 100 km zu kommen.
Sagte ich gerade 100? Für einen Freerider eine unvorstellbare Zahl!

Allerdings hatten wir das recht wankelmütige Wetter etwas zu optimistisch eingeschätzt. Bereits bei Sengwarden - nach ca. 12 km - setzte starker Regen ein ... und da passierte es: wir hielten unter einem Baum, um den härtesten Guss abzuwarten, da hetzte ein Triathlet an uns vorbei und schrei: "WEICHEIER". Was für eine Schmach ... ;-)) Naja ... ein paar Minuten später, als es etwas weniger regnete, nahmen wir unsere Fahrt wieder auf. Wir fuhren weiter in Richtung Osten. Doch dort fanden wir nur die Auffahrt zur Schnellstraße ... da hatten wir aber keinen Bock drauf und fuhren weiter ostwärts. Weitere 3 km weiter fanden wir uns in einem Industriegebiet wieder. Kein Weg der hoch nach Norden oder ans Meer führte.

Etwas gefrustet beschlossen wir zurück zu fahren und einen Abzweig nach Hooksiel/Schillig zu suchen. Wieder in Sengwarden angekommen waren wir mittlerweile so durchnässt, dass ich verkündeten konnte: "ich habe ein Wellenbad im Schuh". Jede Kurbelumdrehung kam die Brandung in die Schuhspitze! Nun war uns alles egal!

Im Nachbardorf Wehlen fanden wir den gesuchten Abzweig. Eine wunderschöne, gewundene, alte Landstraße!
Und mitten auf den Felde ein sonderbarer Rennfahrer mit Speichenrädern (siehe Bildergalerie) - norddeutscher Humor ist einfach großartig!
Nach vier Kilometern gelangten wir schließlich doch auf die Schnellstraße ... na gut :| - schnell eingereiht, abwechselnd im Windschatten und ab ging's!

Nach ca. 35 km waren wir noch nicht ganz auf dem halben Weg nach Carolinensiel und hatten schon fast wieder ein halbwegs trockenes Hemd. Leider hatte unser Ausflug in das Industriegebiet doch einige Zeit verschlungen. Da wir nun mit halben Gegenwind fuhren und wir wussten, dass wir auf dem Rückweg nur Gegenwind und wahrscheinlich wieder Regen haben werden, beschlossen wir nach Jever abzukürzen. Im Hohenkirchener Ortsteil Helmstede machten wir eine seltsame Entdeckung: mitten in der Landschaft steht dort eine Brücke! Einen Grund dafür konnten wir uns beim besten Willen nicht vorstellen. Direkt neben der Brücke verläuft noch der "normale" Weg!

Ob die Brücke als Aussichtsplattform für den daneben liegenden kleinen See dient? Schließlich nutzen ein paar Surfer den guten Wind...
Wir nutzen die paar Höhenmeter als "Bergetappe" ;-))

Nach 54 km und knapp 2:00 h Fahrtzeit waren wir - mal wieder pitschnass - zurück auf unseren Campingplatz.
Wir sind einen Schnitt von 26 km/h gefahren, bei maximal 42 km/h. Wir waren nass, hungrig und doch zufrieden.
Für mich war es eine tolle Erfahrung und es hatte durchaus Spaß gemacht ... für das Grundlagentraining war es bestimmt ebenfalls gut.

Meine Schuhe hab ich erst in Köln wieder trocken bekommen.