Alte Burg am Erberich


Hinweisschild mit der Aufschrift 'Keine Durchfahrt für Radfahrer und Biker!'
2008 hat es an der Alten Burg am Erberich einigen Wirbel gegeben. Eine Gruppe von Freeridern hatte auf dem Bodendenkmal "Alte Burg" eine imposante Freeride-Strecke gebaut, was ein Einschreiten der Gemeinde Odenthal zur Folge hatte. Der, im Übrigen sehr gut gebaute, Freeride Parcours wurde daher von dem Verein für Landschaft und Geschichte und ein paar Freiwilligen abgebaut.

Die Strecke galt lange Zeit als Streitpunkt zwischen Bikern und Anwohnern. Und so geriet auch Frosthelm seinerzeit zwischen die Fronten, da wir von der einen Seite als Verräter beschimpft wurden und von der anderen Seite für die Erbauer gehalten wurden, und mit hohen Bußstrafen bedroht wurden. Doch weder das Eine, noch das Andere entsprach der Wahrheit...

Es wurde sogar gemunkelt, dass wir deren Bauen abzureißen haben - wobei sich die Typen wahrscheinlich ins Fäustchen gelacht haben, weil sie glaubten, uns den Schwarzen Peter zu schieben zu können - doch es sollte anders kommen...

Daraufhin hat es zu diesem Thema einen Ortstermin gegeben, um die Geschichte abschließend zu klären. Dabei waren Vertreter des Vereins, als auch der zuständige Vertreter der Regionalen Forstbehörde zugegen. Frosthelm wurde ebenfalls zu diesem Ortstermin eingeladen.

Hätten die Erbauer der Strecke einen etwas anderen Ton angeschlagen (vom Schlagen sollen sie ja nach eigener Auskunft Ahnung haben) und den Dialog mit dem Verein/Forstamt und der Gemeinde gesucht (Dialog = Gespräch), dann würde die Strecke heute wahrscheinlich noch stehen, wenn auch mit kleinen Änderungen.

Alle Beteiligten bescheinigten den Baumeistern hohes technisches Können.
Lediglich die (Un-) Art und Weise, wie man sich den Anwohnern, den Wanderern, der Gemeindeverwaltung und der Interessengemeinschaft für Geschichte und Landschaft gegenüber verhalten hat, hat dazu geführt, dass so radikal abgerissen wurde. Der Leiter des Vereins sagte sogar, dass es ihm im Grunde leid getan hätte, da man sehen konnte, wie viel Mühe und Arbeit sich die Erbauer der Strecke gemacht hätten.

Die Chancen - so Herr Link, vom Verein für Landschaft und Geschichte - für eine gütige Einigung hätten eigentlich gar nicht schlecht gestanden. Man hätte sich bestimmt irgendwie einigen können. Nachdem aber den Anwohnern und den Vereinsmitgliedern (so wie auch uns) Prügel angedroht wurde, weil diese gegen die Bauwerke gewettert / gearbeitet haben, drohte die Eskalation.

Kartenausschnitt mit Lageplan der Alten Burg Erberich sowie einem alten Wirtschaftsweg.
Im Kartenausschnitt (mit freundlicher Genehmigung vom Verein zur Verfügung gestellt) ist der Bereich der Alten Burg am Erberich mit der schwarzen gestrichelten Linie markiert. Die grüne Linie zeigt den Verlauf eines alten Wirtschaftsweges. Dieser führt - wie man gut erkennen kann - mitten durch das als Bodendenkmal geschützte Gebiet.

Beim Ortstermin mit dem Leiter des Fachbereichs Hoheit, Forstamt Bergisches Land, wurde die rechtliche Lage so geklärt:
Jeder Eingriff in die Beschaffenheit des Bodendenkmals ist rechtswidrig und kann mit hoher Geldbuße geahndet werden. Hierzu zählen natürlich in erster Linie sämtliche Baumaßnahmen an den Wällen. Aber auch das Befahren der Wälle ist verboten!!!
Der alte Wirtschaftsweg - bis hinunter zum Wanderweg nach Altenberg - jedoch darf genutzt und auch mit Mountainbikes befahren werden. Im Sinne des Gesetzes (§ 2 Abs. 3 LFOG) kann dieser als befestigter Weg gelten.

Opps! Hier sollte eigentlich ein Flash Video zu sehen sein!

Der alte Wirtschaftsweg ist zunächst noch sehr breit - verjüngt sich dann aber im weiteren Verlauf. Nach dem fünften Wehrwall überfährt man das sogenannte "Goldloch", welches heute jedoch zugeschüttet ist. Nun wird der Trail immer enger und steiler. Im unteren Teil windet er sich in Serpentinen hinunter auf den Wanderweg nach Altenberg.
Am Ende ist Vorsicht geboten - geradeaus ist eine Abbruchkante, an der es ca. 5-7m in die Tiefe geht.