After Work Gravel im Kölner Westen


Gravelstrecke zwischen Lövenich und Widdersdorf

Manchmal reicht die Stadtwald Runde nicht … zu nah dran, zu oft abgefahren und zu viele Menschen. Doch wie soll man seinen Bewegungsdrang ausleben, ohne gleich ins Bergische fahren zu müssen?
Die Antwort ist eigentlich simple: Rausfahren!
Auch das direkte Kölner Umland hat viel zu bieten und ist mit dem Fahrrad leicht und schnell erreichbar. Vorausgesetzt man ist bereit ein paar Meter mehr zu kurbeln und scheut sich nicht ein bisschen Asphalt unter die Stollenreifen zu nehmen.

Gravelstrecke bei Brauweiler

Die hier beschriebene Strecke bin ich mit einem Gravel Bike gefahren - sie lässt sich aber sicher genauso gut mit einem MTB fahren. Einige Singletrail Abschnitte der Strecke sind schon recht anspruchsvoll, und da habe ich mir fast etwas Federweg gewünscht. Doch das Gravel Bike ist bei solchen Strecken schon eine gute Wahl, da diese Bike Kategorie einen sehr guten Kompromiss zwischen "Strecke-machen" und "Offroad-tauglich" bietet.

Anstieg zum Königsdorfer Wald bei Dansweiler

Nachdem wir über Schotterpisten an den Feldern im Kölner Westen vorbeigefahren sind, geht es hinter Dansweiler endlich in den Wald. Einem ca. 1km langen Anstieg - gespickt mit Wurzeln und groben Steinen - folgend, gelangen wir in den Königsdorfer Wald.

Masuren-Hütte im Königsdorfer Wald

Bis zur Masuren-Hütte geht es über breite "Forst-Autobahnen". Hier lässt sich - nach den ersten 17km - gut Rast machen. Danach halten wir uns links, dann direkt rechts und folgen schließlich der Bahntrasse in Richtung Süden. Nun wandelt sich der Weg, wird immer schmaler, kurven- und wurzelreicher.

Verwurzelter Singletrail im Königsdorfer Wald

Nun folgt ein ca. 2km langer, von vielen Gräben und Wurzeln durchzogener Singletrail. Dieser Streckenabschnitt ist mit einem Crosser oder Gravel schon recht anspruchsvoll zu fahren. Der gewundene Trail, mit seinen vielen, engen Auf und Abs, sowie die verwurzelten Gräben verlangen ein gewisses Fahrkönnen.

Feuchtgebiete im Süden des Königsdorfer Waldes

Der südliche Teil des Waldes scheint feuchter zu sein und man entdeckt hier und da kleine Sumpfgebiete entlang des Weges.
Wir bewegen uns schließlich hier auch in einem Naturschutzgebiet - daher sollten die Wege auch nicht verlassen werden!

After Work Gravel - 55km, 330hm (152KB)
Unterführung unter der A4 in Richtung Frechen

Nun geht es bis Frechen auf Asphalt und breiten Schotterpisten weiter. Wer nun denkt: Laaaangweilig … der irrt!
Es wartet ein kurzer, aber knackiger Anstieg mit bis zu 6% auf uns, und danach eine rasante Abfahrt über groben Schotter.
Aufgepasst! Gerade wenn es so richtig schnell geworden ist, biegt unsere Route scharf rechts ab und es geht in einen Anstieg mit bis zu 10% Steigung!

Quarzwerke Frechen

Hinter den Quarzwerken Frechen geht es erneut mit bis zu 6% hinauf. Nun folgt eine kurze, eher gemütliche Fahrt über Schotter entlang der Westgrenze von Frechen entlang. In der nächsten Linkskurve führt ein schmaler Pfad hinab. Hier ist auf dem Gravel Vorsicht geboten! Der Pfad ist sehr schmal und ausgesetzt - kann aber alternativ dem Hauptweg links folgend in einer weiten Schleife umfahren werden.

Feldweg unterhalb der Grube Karl

Nach kurzer Fahrt auf einem Radweg und unter einer Brücke hindurch, geht es gemütlich über einen schmalen Feldweg hinauf zur ehemaligen Brikettfabrik Grube Karl, einem heutigen Stadtteil von Frechen. So richtig gemütlich ist der 7% Anstieg zwar nicht, aber mit einem Blick über die Felder kann man es locker angehen. Oben angekommen erreicht und durchquert man schließlich die Siedlung.
 

Verwilderter Waldpfad zwischen Grube Karl und Dürener Straße

Zwischen der Grube Karl und der Dürener Straße folgen wir einem Weg durch den Wald, der sich jedoch als total verwildert und zugewachsen herausstellte. Zwischen dichten Brombeerhecken und Dornenbüschen bahnen wir uns den Weg entlang des Zaunes einer Abwasser-Anlage. Je nach Jahreszeit lohnt es sich den kleinen Schlecker hinunter zum Kreisel zu wählen, um sich die blutigen Striemen an Armen und Beinen zu ersparen.

Anfang der Kieswerkstraße zwischen Frechen-Grefrath und Türnich

Die nun folgende Asphaltstrecke über die Kieswerkstraße zwischen Frechen-Grefrath und Türnich ist eine echte Erholungpause. Nach den vielen Anstiegen und dem verwilderten Pfad rollt man die nächsten 3km locker auf gutem Belag. Die Strecke scheint recht wenig befahren, und führt vorbei am Reitersportanlage Sonnenhof.

Abzweig ins Naturschutzgebiet Fürstenberg Maar

Am Abzweig zum Fürstenberg Maar verlassen wir wieder die Straße. Entlang der Außengrenze des Naturschutzgebiets führt uns der Weg über Schotterwege und alte Straßen zur Wilhelmshöhe bei Berrenrath.

Windkraftanlagen auf der Wilhelmshöhe bei Berrenrath

Auf der Wilhelmshöhe geht es in einem weiten Bogen über groben Schotter um die Windkraftanlagen herum. Nach einer kurzen Ortsdurchfahrt durch Berrenrath führt uns der weitere Verlauf der Strecke in einer Schleife um den Otto-Maigler-See.

Sicht auf Köln über die Felder bei Berrenrath

Hinter Berrenrath kann man bereits die Silhouette von Köln am Horizont ausmachen. Von hier geht es nun fast schnurgerade über die Felder zurück in die Stadt.

Fazit:
Wer schöne Trails, knackige Anstiege und Ruhe in der Natur sucht, braucht gar nicht so weit raus fahren. Auch im direkten Kölner Umland lässt sich all dies finden. Und dabei handelt es sich nicht nur um Streckenbolzen! Man braucht schon eine ordentlich Kondition und auch Fahrtechnik um die Strecke mit ihren vielen Anstiege zu meistern.